Erst wenige Wochen ist es her, seit Adobe uns mit FlashPlayer 9 und den ganzen Flex-Tools beschenkt hat.
Nach Web-, Mobile- und Device-Entwicklung, werden wir nun auch bald native Desktop-Anwendungen in Flash realisieren können. Ich rede hier nicht von “3rd Party Wrappers” wie Screenweaver, Zinc oder SWFStudio mit all ihren zahlreichen Einschränkungen, sondern von der Cross-Operating Runtime aus dem Hause Adobe mit dem Codenamen Apollo.
Grund genug unsere Blog-Sections neben Flash, Flex und FlashLite um eine weitere – Apollo – zu erweitern!
Doch was genau ist Apollo? Wir haben hier einmal alles zusammengetragen, was im Moment so an Informationen verfügbar ist.

Apollo Tunes Demo

Apollo Tunes Demo mit visualization Window
Apollo ist wie gesagt eine Cross-Operating Runtime und ist in Version 1.0 auf Windows und Mac und in späteren Versionen auch auf Linux lauffähig. Ebenfalls für spätere Versionen geplant ist auch die Unterstützung von unterschiedlichen Mobile OS.
Das schöne an dem ganzen, wir müssen keine neue Programmiersprache lernen, sondern können native Apollo Desktop-Anwendungen in Flash, Flex, ActionScript 3.0, PDF, HTML, JavaScript, CSS und AJAX realisieren.
Für die Entwicklung kann jede existierende IDE (Flash, Flex, Eclipse oder irgendein Webeditor) verwendet werden. Zusätzlich wird Adobe jedoch auch noch ein Set von Command-Line-Tools entwickeln.
Die fertigen Anwendungen und Assets mit einer max. Grösse von 5-9 mb werden nicht als Projector exe. ausgegeben, sondern über einen Sit-Packager (ähnlich wie bei den MacOS Widgets) lässt sich ein Installer generieren.
Die für eure Anwendung benötige Apollo Runtime lässt sich ebenfalls in den Installer “packen” und von dort, falls nicht vorhanden, installieren oder alternativ kostenlos von der Adobe Website downloaden.

Apollo Travel Application
Das schöne an dem ganzen, Apollo Applikationen können untereinander über das Inter-Application Communication (IAC) Protokoll kommunizieren, und sollte Eure Anwendung einmal ein neues Release erhalten, so kann diese über die ebenfalls integrierten Update-Engine auf den neusten Stand gebracht werden.
Network Verbindungen lassen sich über HTTP, XML-RPC, SOAP, Rest, Binary und XML Sockets herstellen und als integrierte HTML Rendering-Engine wird Adobe eine bereits bestehende (Mozilla?) übernehmen und dadurch auch sämtliche HTML Spezifikationen unterstützen.
Auch vom Look und Feel der Applikation habt Ihr volle Kontrolle über eigene Shapes, Transparenz und Desktop Style Titlebars, sowie die Integration in Desktop, Dock, Menubar, etc.

Apollo Transparency Demo
Doch hiermit nicht genug, Apollo bietet “read / write to the filesystem” (geänderte FlashPlayer Security Sandbox) und höchstwahrscheinlich auch die Möglichkeit der Integration und direkten Ansprache von Externer Hardware wie Webcam, Drucker oder Scanner.
Stellt euch nur einmal ein paar Sekunden vor, was sich da alles realisieren lässt! Fast ALLES…!
Bevor wir hier aber völlig Durchdrehen, muss fairerweise auch gesagt werden, dass die Konkurrenz nicht schläft und unterschiedlichste, zt ähnliche Tools bereits realisiert oder in Entwicklung stehen :
Wie immer also die Frage, was wird sich letzten endes durchsetzen?
Ein grosser Pluspunkt für Adobe ist natürlich nach wie vor die treue, weltweite Entwicklergemeinschaft, sowie der Crossplatform Gedanke. Aber auch in Punkto Features muss die Konkurenz zuerst 10 jahre Flash Entwicklung einholen und die Verbindung von zwei quasi Webstandards (PDF & SWF) mit der offenen HTML und JavaScript ist ein weiterer Trumpf den die Konkurrenz nicht spielen kann.
Interessant hierzu ist auch das erste, auf Apollo basierende Projekt Muse von SAP, durch welches User sämtliche SAP Anwendungen direkt von Ihrem Mac, Linux oder Win Betriebssytem nutzen können.
Die erste Developer Pre-version von Apollo soll bereits diesen Herbst und die definitive Version 1.0 anfang 2007 erscheinen.
Die kommenden Monate werden es also zeigen, ob Apollo, wie ich hoffe und glaube, die erste Wahl für “next generation of desktop RIA’s” sein wird.
Vorraussichtliche Features
- Installer
- Custom Icons auf Desktop, Dock und Taskbar
- Offline und Occasionally Connected (Online / Offline)
- Shortcuts
- Drag und Drop von Files in die Applikation hinein
- Das sichern von Daten auf dem lokalen Laufwerk (ohne 100kb Default-Beschränkung wie wir diese von SharedObjects her kennen)
- Kann im Hintergrund laufen
- Clipboard
- Custom Chrome GUI
- Cross Application Kommunikation
- Transparenz
- File I/O
- Windowing
- Full Network API support
- Local Storage / Settings
Weitere Infos
Technorati Tags:
Apollo,
Adobe,
RIA,
SAP,
Flex,
Flash,
DesktopApplication